Ich hatte die Gelegenheit, mit Jakob Kulke (geb. 1996 in Heilbronn [D], Musikstudien in Klassik und Jazz, Trompete, Klavier, Komposition und Direktion) ein spannendes Gespräch zu führen. Er ist freischaffender Musiker (Klassik und Jazz), auch angestellt als Kirchenmusiker, Musikschullehrperson (Jazzpiano) und Dirigent des Brassband-Posaunenchors Ochlenberg.
Martin Jufer: Wie steht es mit deiner Begabung und Berufung?
Jakob Kulke: Ich sehe die Musik als meine Berufung. Dabei versuche ich, im Reich Gottes mitzuwirken und meine Gaben entsprechend aufbauend einzubringen.
Mit dem EGW sind Posaunenchöre eng verbunden und wirken regelmässig im Gemeindeleben mit. Warum engagierst du dich in der Brassmusik?
Ich habe in meiner Jugend in verschiedenen Brassbands der Schweiz gespielt. So bin ich Teil eines grossen Netzwerks. Es ist ein Segen, dass die Schweiz keine Nachwuchssorgen hat – im Gegenteil, schweizweit ist ein Boom zu beobachten: Nationale Jugendbrassbands bringen regelmässig Talente hervor, drei verschiedene CH-Brassbands haben in den letzten Jahren Europameistertitel gewonnen. Es gibt viele junge Komponistinnen und Komponisten. Ich glaube, dass jede Art der Musik als Lobpreis für Gott dienen soll. Im Alten Testament werden Blasinstrumente zu Gottes Lob erwähnt.
Im 19. Jahrhundert etablierten sich Posaunenchöre in der deutschen evangelischen Kirche. In englischsprachigen Ländern begann die Heilsarmee mit Brassinstrumenten Gott zu loben und ist bis heute aktiv. In der Schweiz spielt die «Brass of Praise» Band der Heilsarmee zur
Ehre Gottes. Viele Kompositionen für Brassbands sind christlich geprägt, das Evangelium von Jesus Christus wird durch Instrumentalmusik verkündet.
Wo bist du in Kirchenmusik aktiv?
Als gläubiger Christ besuche ich jeden Sonntag den Gottesdienst und sehe es als meine Berufung, Gott zusammen mit der Gemeinde zu loben.
Und im Worship?
In der Landeskirche gibt es vielfältige Gottesdienst-Formate. Ich leite eine Worship Band, die einmal monatlich Songs begleitet.
Hast du eine bevorzugte musikalische Sprache?
Ich kann keinen spezifischen Stil benennen. Ich bin gerne dort, wo Musik entsteht, direkt an der Klangquelle. Ich glaube, als Musiker in einer kreativen Auseinandersetzung mit dem von Gott erschaffenen Klangkosmos zu stehen. Die Musik ist eine Sprache in Gottes Schöpfung. Klang entsteht durch Schwingungen, die von Energie erfüllt sind – und ist damit ähnlich elementar wie Luft oder Licht. Ich glaube, dass die Musik ein wesentlicher Bestandteil der Schöpfung ist.
Was motiviert dich in der Lehrtätigkeit?
Ich liebe Menschen und gebe meine musikalische Begabung gerne an Kinder und Erwachsene weiter.
Herzlichen Dank für den wertvollen Austausch.
Quelle: wort+wärch-Ausgabe vom Dezember 2025 | Text: Martin Jufer, Leiter a.i. von LäbesKunst | Bild: zVg, Pixabay