Kunst und Bildung: Täglich begleitet mich dieses Thema in meiner Tätigkeit als Musiklehrer für Klavier, Keyboard und andere Instrumente. Im Gegensatz zu den meisten Schulfächern ist die Auseinandersetzung mit Kunst in der Schulzeit freiwillig und wird ganz unterschiedlich wahrgenommen. In meiner Kindheit förderte mich mein Elternhaus, indem mir ab dem Alter von sieben Jahren Klavierunterricht ermöglicht wurde. Nach einigen Jahren bewegte ich mich immer mehr in Richtung Improvisation und Spielen ohne Noten. Deshalb besuchte ich den Unterricht nur noch bis zur 8. Klasse.
In der Zeit zwischen meinem 14. und 20. Altersjahr erfuhr ich praktische Förderung in zwei Bands (ab dem 16. Altersjahr in der Band «The Helpers», darauf in der Band «Sangschturm»/«Dune») und machte autodidaktische Entdeckungen. Das ist ein möglicher, aber nicht immer effizienter Ausbildungsweg.
Erst im Alter von 20 Jahren, nachdem ich mich mit Überzeugung für die Beziehung mit Jesus Christus entschieden hatte, erkannte ich meine Berufung. Diese führte mich zur Musik und weckte in mir die Bereitschaft, mich mit Geduld und Ausdauer auf die musikalische Ausbildung zu fokussieren.
Talentförderung wird aktuell in verschiedenen Kunstformen bereits in der obligatorischen Schulzeit ernst genommen und bei besonderer Begabung angeboten. In meiner Schulzeit in den 1970er Jahren wurde ich vereinzelt von Lehrern auf mein Talent angesprochen. Darüber hinaus gab es einzelne Kollegen, die meinten, dass mein Talent «förderungswürdig» sei. Heute begleite ich mehrere Talentschülerinnen und -schüler, die zusätzlichen Musikunterricht erhalten und gezielt gefördert und ermutigt werden, ihre künstlerische Begabung zu pflegen. Andererseits zeige ich eher jüngeren Kindern, wie sie den Zugang zur Musik finden können, während sie beispielsweise eine Schnupperlektion in Keyboard besuchen. Schon hier zeigt es sich, ob eine musikalische Begabung vorhanden ist, die in regelmässigem Musikunterricht gefördert und entwickelt werden kann.
Die Förderung und Ausbildung für Junge und Erwachsene – auch im direkten Zusammenhang mit Glauben und Kunst – werde ich in einer späteren Nummer beleuchten.
Quelle: wort+wärch-Ausgabe vom Juli 2026 | Text: Martin Jufer, Leiter a.i. von LäbesKunst | Bild: zVg