Die Firma als Werkzeug in Gottes Hand

Mittwoch, 26. August 2026

Erika und Andrés Pereira leben ihre Berufung! Sie führen Firmen und sehen diese als Werkzeuge in Gottes Hand. Für die beiden ist ihr Geschäft genauso Berufung wie das Familienleben mit ihren beiden Söhnen. In allem suchen sie Gottes Führung.

Erika wuchs in Heimenschwand auf. Als Kind besuchte sie die Sonntagschule, später ging sie im EGW Unterlangenegg in die Jungschar und übergab im Teenageralter Jesus ihr Leben. Mit 19 Jahren liess sie sich taufen und sehnte sich danach, für mehr als sich selbst zu leben. Als sie im Gymnasium Spanisch lernte, spürte sie: «Diese Sprache wird für mich einmal wichtig sein.»

Der Wunsch, ihr Leben für etwas Sinnvolles zu investieren, führte dazu, bei JMEM in Bolivien eine Jüngerschaftsschule zu absolvieren. Um sich für einen längeren Missionseinsatz vorzubereiten, hängte sie weitere Ausbildungen an und so kam sie als 26-Jährige für eine Seelsorgeschule nach Chile. Dort lernte sie Andrés kennen.

Von Uruguay nach Chile

Andrés kommt ursprünglich aus Uruguay. Sein Vater, Unternehmer, und seine Mutter, Lehrerin, dienten zudem als Evangelisten. Missionare aus verschiedensten Ländern gingen bei ihnen ein und aus. Dies weckte in ihm eine Leidenschaft dafür, über sein eigenes Umfeld hinauszugehen. «Mit ungefähr 16 Jahren, in einem Jugendlager, schrieb ich einen Brief an Gott, in welchem ich Gott meine Träume schilderte.» Dabei ging es um Familie, Geschäft und Dienst. Vor zwei Jahren tauchte der Brief wieder auf und Andrés staunte: «Vieles davon lebe ich heute!»

Doch der Reihe nach: Als junger Mann wollte sich Andrés weiterbilden und etwas von der Welt sehen. So ging er zu JMEM nach Chile, wo er die Jüngerschaftsschule und eine Seelsorgeschule absolvierte, danach arbeitete er als Leiter in der nächsten Seelsorgeschule. «Da kam es zu einer Begegnung, die mein Leben prägen sollte: Ich lernte eine schöne Schweizerin kennen.»

Eine Lovestory und eine Bäckerei

Erika und Andrés wurden ein Paar und stellten sich die Frage nach ihrer Lebensberufung gemeinsam. Dass ihre Beziehung in einem Umfeld begann, wo Fragen um Seelsorge und Berufung zentrale Themen waren, empfinden sie als wertvoll.

«Während der Verlobungszeit bemerkte ich Andrés’ Leidenschaft für die Geschäftswelt.» Erika erzählt, wie sie auf der JMEM-Base eine Bäckerei aufgebaut hatten. Das war Ehevorbereitung und gleichzeitig richtungsweisend. «Wir wollten Brot für die Base backen, gleichzeitig den Schülern das Handwerk beibringen und Brot im Dorf verkaufen.» Sie wollten mit Menschen in Berührung kommen und ihnen Gottes Liebe bringen, indem jedes Brot mit einer Botschaft auf der Verpackung abgegeben würde. «Damals entstand in uns die Vision einer ‹Firma als Werkzeug in Gottes Hand›, doch die Zeit war noch nicht reif.» Die beiden heirateten 2006 und arbeiteten vier Jahre gemeinsam auf der JMEM-Base. Dann entschieden sie, für zwei Jahre in die Schweiz zu ziehen.

Firmenübernahme in der Schweiz

In der Schweiz arbeitete Andrés in der Planungsfirma (Leitstellen und Kontrollräume) von Erikas Eltern mit. «Es war eine interessante Zeit. Wir hatten Projekte in grossen Teilen Europas und ich lernte viel.» Das hat es ihm erlaubt, die Geschäftswelt näher kennenzulernen. Je älter die Kinder wurden, arbeitete auch Erika vermehrt mit.

Eines Tages stellten Erikas Eltern die Frage, ob sie das Geschäft weiterführen möchten. Das löste einen Prozess aus. War die Firma Teil von Gottes Plan für ihre Familie? Sie begannen Schritte zu gehen und waren dabei intensiv mit Gott im Gespräch. Der Weg bestätigte sich und im Jahr 2020 übernahmen sie mit der M Controlroom Design AG einen Teil des operativen Geschäfts.

Berufung: Familie und Unternehmen

Erika, die in einer Unternehmerfamilie aufwuchs, hatte nie den Wunsch, selbst Unternehmerin zu werden. «Als ich Andrés kennenlernte, änderte sich dies. Ich merkte, dass Unternehmen und Familie für ihn beides zur Berufung gehörte.»

«Wir machen alles zusammen», beschreibt Erika ihre Ehe. «Wir wurden schon gefragt: Habt ihr überhaupt noch etwas, um zusammen zu reden?» Erika antwortete: «Ja klar: Immer!» Es gibt immer viel zu bereden – Familie, Geschäft und vieles andere. Dabei sei ihnen wichtig, gemeinsam zu träumen und diese Träume vor Gott zu bewegen. Bei Pereiras gibt es keine Verein-
barung, in gewissen Zeiten nicht über die Arbeit zu sprechen. «Dinge zu besprechen, ist etwas Natürliches und wird von uns nicht getrennt vom Rest behandelt, auch wenn die Prioritäten klar sind.»

Der Traum erfüllt sich

2022 gründeten Pereiras die Europadesk GmbH. «Diese Firma ist in besonderer Weise die Erfüllung eines langgehegten Traums!» Mit der Firma, die 2026 richtig gestartet ist, wollen sie internationalen Handel betreiben, wozu sie ihre Mehrsprachigkeit und die kulturellen Verknüpfungen einbringen. «So kommen wir mit Menschen in Kontakt, wie es sonst nicht möglich wäre.»

«Wir glauben, dass eine Firma durch die Art, wie sie agiert, eine Botschaft aussendet.» Um dies besser tun zu können, gründeten sie einen Webshop und die Marke Perkyone. «Wir liessen die Marke international registrieren und vertreiben die Produkte über unsere Homepage und Amazon in der ganzen EU.» Letztlich gehe es jedoch nicht um die Marke, sondern um die damit vermittelten Werte. Jeder Lieferung wird eine Karte beigelegt. «Wir wollen vermitteln, dass das Leben wertvoll ist.»

Der Traum nimmt Form an: Die Unternehmen und die Marke werden zu Werkzeugen in Gottes Hand. Echte Wirkung entsteht aus einem ganzheitlichen Leben, in dem die Beziehung zu Gott, die Familie und die Arbeit aus derselben Identität und Berufung heraus gelebt werden. Doch Herausforderungen bleiben. Jede Entscheidung ist ein Schritt des Glaubens. Im Vertrauen 
auf Gott gehen sie weiter – mit der Hoffnung, die Ziele erfüllt zu sehen, die er ihnen ins Herz gelegt hat.

Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom August-September 2026 | Text: Markus Richner-Mai - Redaktion  |  Bilder: zVg, Markus Richner-Mai