Singend beten – betend singen

Singen und Beten stärken und erheben. Das neue Jahresthema prägte die Werkauswahl am Singtreffen für geistliche Musik. Besonderes Gewicht erhielt dabei die bekannte Choralvertonung von Johann Sebastian Bach «Jesus bleibet meine Freude».

Rund fünfzig engagierte Sängerinnen und Sänger fanden sich Ende Januar im Zentrum Artos in Interlaken zum diesjährigen Singwochenende ein. Unter der Leitung von Matthias Stefan und Barbara Grimm-Schär wurden Werke aus der letzten Herbstsingwoche aufgenommen, so die Motette «Nun lob mein Seel den Herren» von Johann Sebastian Bach oder das «Gloria Patri» aus dem doppelchörigen Magnificat von Johann Christian Bach.

Den Sonntagsgottesdienst prägten jedoch die beiden Fassungen «Wohl mir, dass ich Jesum habe» und «Jesus bleibet meine Freude» aus der Kantate «Herz und Mund und Tat und Leben», die Johann Sebastian Bach vor rund 300 Jahren schrieb: Steht in der ersten Version noch die eigene Person im Zentrum («ich habe Jesum, ich halte ihn fest»), so wechselt in der zweiten Fassung die Blickrichtung: «Jesus, du bist meine Freude, mein Trost, meine Kraft, du bist Sonne, Schatz und Wonne!»

Eindrücklich war auch ein erster inhaltlicher Ausblick auf die nächste, die 78. Singwoche für geistliche Musik, die im Oktober 2016 wiederum in Interlaken durchgeführt wird: Passend zum Thema «Singend beten – betend singen» stehen Henry Purcells «Hear my prayer, o Lord» oder Joseph Rheinbergers «Pater noster» auf dem Programm. Auch Werke aus unserer Zeit sind vorgesehen, so John Rutters «God be in my head» oder Ola Gjeilos «Ubi caritas». Unter www.chorwoche.ch sind die Infos abrufbar.

Johannes Josi, Riedstätt