Ostergarten in Pieterlen

Seit Jahren gestaltet das EGW Pieterlen zu Ostern eine Ausstellung. Diesmal kommt Jesu Leiden und Sieg über den Tod in einem Garten zum Ausdruck. In starken Bildern, wie Christian Kunz, Pfarrer EGW in Pieterlen, schreibt.

Wir entschieden uns für einen Ostergarten. Die Thematik der Passion und Ostern sollte nicht im Gottesdienstraum allein dargestellt werden, sondern wir setzten uns zum Ziel, im schönen Garten rund um das EGW-Haus Stationen aufzubauen, die auch für Passanten und gelegentliche Besucher offen sind. Wir verfolgten das Ziel, das Leiden und Sterben von Jesus wie an seine Auferstehung so darzustellen, dass wir auch Freunde mitnehmen können, die weniger Zugang zu traditionellen Gottesdiensten haben. Manchmal sind es gerade Schlichtheit und Einfachheit, die ansprechen.

Von Angst befreit

In zwei vorbereitenden Gottesdiensten fragten wir uns in Gruppen, in welcher Weise die Passionsgeschichte uns nahe kommt. Ein Ehepaar, das ursprünglich in der hinduistischen Kultur beheimatet war, berichtete, wie für sie der Glaube eine Befreiung wurde: weg von der ständigen Angst, vor Gott nicht zu genügen, hin zu unserem barmherzigen und liebenden Gott . «Durch Jesus Christus haben wir freien Zugang zum Thron der Gnade», sagte die Frau. Sie stellte darum den Vorhang im Heiligtum des Tempels in Jerusalem dar, der beim Tod Jesu am Kreuz zerriss.

Krone des Lichts

Ein anderes Ehepaar gestaltete eine grosse Krone, um zu zeigen, dass Christus König ist. Er ist geboren, gekreuzigt, auferstanden und heute lebendig. Aussen ist die Krone ungehobelt, bedrohlich, schmerzhaft. Gefesselt und mit Fetzen bekleidet: so könnte es ausgesehen haben, als man Jesus das Kreuz tragen liess. Innen ist die Krone von Licht durchflutet. In den vielen Spiegelscherben könnten die Gesichter sein, die Christus betrachten und für sich das Wort von der Versöhnung in Anspruch nehmen. Am Bleuenweg beim Gebäude nebenan stehen der weggerollte Mühlstein und ein Bild des leeren Felsengrabes von Jerusalem. (Bild)

Mit Freunden besichtigen

Der Ostergarten gibt eine Möglichkeit, Bekannte und Freunde darauf hinzuweisen oder den Garten zusammen anzuschauen. An Karfreitag und Ostern wurde der Garten in das gottesdienstliche Feiern miteinbezogen. Wir stellen fest: Der Ostergarten setzte ein Nachdenken in Bewegung. Er war und ist für alle Beteiligten eine sehr spannende Auseinandersetzung mit der Passion Jesu.

Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 3. April.

Christian Kunz, Pfarrer EGW Pieterlen