Liebe und Sex: dem Glück Zeit geben

An der Jugendkonferenz «Moral Revolution» am 13.-14. November in Thun wurde Sexualität als Gabe Gottes dargestellt – und die Ehe als der gute Rahmen für sexuelle Erfüllung. Am 15. November erhielten Eltern Tipps, wie sie mit ihren Kindern über Sex reden können. Eindrücke:

Die US-Referenten Havilah Cunnington und Nathan Edwardson stellen die Sexualität als grandioses Geschenk Gottes dar, das für die Ehe bestimmt ist. Sie schildern auch, wie Sex Eheleute beglückt. An der Konferenz «Moral Revolution», die von Freitagabend bis Samstagabend mit über 1300 Teenies und jungen Erwachsenen in der Thuner Expohalle stattfindet, geht es um die Freuden der Liebe, die Warten und Reifen voraussetzen. Jugendliche können ihre Identität bei Gott finden. Dadurch gewinnen sie Kraft für den eigenen Weg, Kraft, ihr sexuelles Verlangen zu zügeln und auf Pornos zu verzichten.

Das Schweigen brechen

Ein Ja zu Gott ist ein Ja zu einem lebenslangen Abenteuer, betont Nathan. Die drei jungen Männer, die trotz massivstem Druck nicht vor dem Götzenbild des babylonischen Grosskönigs Nebukadnezzars niederfielen und deswegen in den Ofen geworfen wurden, zeigen den Weg: «Sie brachen das Schweigen ihrer Generation»; sie standen hin für Gott (Daniel 3). So sei auch heute «Gottes Design für Liebe und Sex und alles zwischendrin» zu entdecken, meint Nathan. Er fragt die Jungen, ob sie das wollen: «Wenn eure Freunde Sex haben und Pornos schauen, werdet ihr die Generation sein, die das Schweigen bricht?»

Lust ohne Scham

Es gibt Gründe dafür, dass Gott Sex für die Ehe vorgesehen hat: Sexualität ist «zu machtvoll, um sie mit jedem zu teilen». Sie soll lebenslang mit einer Person genossen und gestaltet werden. Die Gabe stammt aus dem Paradies: Adam und Eva waren nackt und schämten sich nicht. Nathan beklagt, dass für viele Gläubige Sex mit Schamgefühlen behaftet ist. So habe es Gott nicht gemeint, als er Mann und Frau schuf und für die Ehe bestimmte. Und plakativ: «Sex gehört Gott und Sex ist gut.»

Dafür sollten die Jungen eine Revolution der Liebe anzetteln, ruft der Pastor aus Kalifornien in die Halle. Er verweilt beim Hohelied, einem Liebesgedicht der Bibel. Darin vergleicht das Mädchen den Namen ihres Geliebten mit Salböl – Hinweis auf seinen edlen Charakter. Der Referent fragt die Männer, ob sie Gott erlaubt haben, ihren Charakter zu prägen, ob sie integer, Beter, vertrauenswürdig sind. «Denn Frauen Gottes halten Ausschau nach Männern Gottes, nicht einfach sexy Männern, sondern solchen, die mit dem Geist Gottes erfüllt sind.»

«Eine Vision, für die es sich zu kämpfen lohnt»

Die beiden Amerikaner, Leiter der US-Schulungsorganisation «Moral Revolution», wollen weniger Regeln als vielmehr eine Gesamtsicht vermitteln. Nathan: «Bete, dass Gott dir eine Vision von Liebe, Ehe, Sex gibt, auf die es sich zu warten, für die es sich zu kämpfen lohnt.» Das vierte Kapitel des Hohelieds, explizit erotisch, zeige auch, wie der Lover bei der gerühmten Geliebten von Beginn an Vertrauen aufbaue. Dies helfe der Frau, seiner Zuwendung vor der Ehe gewiss zu sein. «Gib nicht deinen Körper her, um deinen Freund bei dir zu halten.»

Klartext

Die Jugendlichen werden eingeladen, ihre Fragen zu stellen. Am Nachmittag sitzen die Referenten auf der Bühne in einer Antwortrunde, an der auch Matthias «Kuno» Kuhn teilnimmt. Der Thuner Pastor wird konkreter. Er markiert Grenzen, etwa: Unverheiratete sollen nicht miteinander Ferien verbringen, nicht miteinander im selben Zimmer übernachten. Das Single-Sein wird angesprochen, auch Selbstbefriedigung. Kuhn macht Mut, einem Freund regelmässig Rechenschaft zu geben. Während des ganzen Tages stehen in der Halle SeelsorgerInnen und Fachleute bereit. Jugendliche teilen mit ihnen, was sie belastet, und lassen für sich beten; auch Missbrauchserfahrungen kommen zur Sprache. Das Angebot wird rege benutzt.

Hormone und Fantasien

Nathan preist die Intimität in der Ehe und bezeichnet Sex mit dem Ehepartner als heilig. Denn da «geschieht etwas, das Menschen in der tiefstmöglichen Form vereint». Havila schliesst einen Vortrag über die  Hormone an, die zum sexuellen Setup des Menschen gehören und stärkste Bindungen herstellen. Sex vor der Ehe «kristallisiert emotionale Erinnerungen», welche kaum zu vergessen sind. Die Bindung, die durch das körperliche Eins-Werden von Mann und Frau entsteht, ist vom Schöpfer gewollt. Er hat auch das Wohl der Nachkommen im Blick: «Gott will Babys!»

Zu Selbstbefriedigung nimmt Havila kein Blatt vor den Mund: «Einige von euch sind richtig süchtig. Was immer dich antörnt, daran bist du gebunden.» Den Frauen rät sie ab vom Fantasieren, das Sexszenen in Romanen anregen. «Lass Gott deine Liebesgeschichte schreiben!»

Der lange, mit Worship umrahmte Konferenztag endet mit einem Abend des Betens und Segnens. Innerlich Verwundete werden eingeladen, sich Gott hinzuhalten, wiederherstellen und heilen zu lassen.

Nachmittag für Eltern und Leiter

Der Konferenz für Jugendliche lassen die Verantwortlichen am Sonntag einen Nachmittag für Leiter und Eltern folgen. Über 600 Personen nehmen teil. Laut Havilah Cunnington sollten die Eltern die ersten sein, die mit ihren Kindern über das Thema Sex reden. Schaffen sie das, «werden sie ihre Experten sein». Kuhn doppelt nach und bemerkt: Hindert ihre eigene Geschichte die Eltern daran, sollen sie zu Jesus zu kommen, Schuld bekennen und Vergebung annehmen, um wieder in den Stand gestellt zu werden, etwas sagen zu können.

«Die grosse Resonanz am Sonntagnachmittag mit den Eltern und Leitern hat mich besonders gefreut», sagt Stefan Badertscher, der Initiant und OK-Chef der Konferenz. In den Gesprächen mit den SeelsorgerInnen des Ministry-Team sei viel aufgebrochen. «Nun ist wichtig, dass es zu Hause, unter Freunden und in der Gemeinde weitergeht und das Schweigen nicht erneut seine Kraft zurückbekommt. Dazu müssen wir alle unseren Beitrag leisten.»

www.moralrevolution.ch

Quelle: EGW (Livenet)