• Mitten im Dorf
  • Jesus den König feiern
  • Früh übt sich ...
  • Bistro im Erdgeschoss
  • Der Sohn Gottes - Mensch!
  • Köstlichkeiten
  • Viel Raum zum Spielen
  • Kunsthandwerk im Saal

Ein Haus der Gemeinschaft für Kerzers

Ein vielschichtiger Festgottesdienst und ein Festakt für die Ortsvereine, Feines für den Gaumen, Action für die Kleinen, ein Musical der anderen Art, Kunsthandwerk und Spiele gehörten zum Einweihungsfest des EGW Kerzers.

Der Neubau Kreuzgasse 8 steht am Rand des Ortskerns, der wegen seiner Dächerlandschaft national geschützt ist, an der Strasse zum Wohnquartier. Die Vorgaben liessen nur ein „Bauernhaus“ zu. So hat das Dach einen Berner Bogen.

Doch darunter findet sich statt der Heubühne über die ganze Länge ein Saal, statt der Vorratskammer ein Spielzimmer, statt einer Wohnung im Erdgeschoss ein langer Raum mit Gastro-Küche.

In ihm haben die Jugendlichen ihren Treffpunkt; zudem soll ab August das öffentliche „Kafi 8“ an zwei Wochentagen der Bevölkerung als Ort zum Verweilen und Geniessen und zur Beziehungspflege dienen. Von den Parkplätzen hinter dem Haus geht man stufenlos in den Saal.

Langer Weg
Der Bezirk Kerzers konnte das Grundstück unweit vom alten Vereinshaus am Kriegergässli im Jahr 2000 (!) ersteigern; eine Handwerkergruppe verzichtete. Die folgenden Hürden zu nehmen und die Weichen zu stellen, war für die Gemeinde, die in Müntschemier ein zweites Vereinshaus hat, nicht einfach.

Das erste Projekt, unter unabsichtlich irreführenden amtlichen Vorgaben erstellt, wurde behördlicherseits abgelehnt, das zweite umso rascher genehmigt. Die DV des EGW sagte im April 2017 Ja.

Dank schmerzhaften Entscheiden (kein Kellergeschoss) und vielen tausend Stunden Eigenleistung konnten die Kosten für die Kreuzgasse 8 unter 3,2 Millionen Franken gehalten werden. Der Neubau ist, wie im Festgottesdienst betont wird, auf die Dorfgemeinschaft ausgerichtet.

Für das Miteinander im Dorf
In ihr will das EGW ein versöhntes, frohes, kreatives Miteinander vorleben und Begegnung fördern. „Indem wir uns baulich ins Ortsbild einfügen, integrieren wir uns auch besser in die Dorfgemeinschaft“, sagt Bernhard Rohrer, Mitglied der Finanzkommission.

Am Freitag hat ein Handwerkermarkt im Saal stattgefunden. Am Samstag nehmen über 40 Vertreter von Behörden und Vereinen von Kerzers und Müntschemier an einem Festakt mit Führung und Apéro teil; ihnen und Privaten können Räume für Anlässe und Sitzungen vermietet werden.

Im Festgottesdienst am Sonntag bleibt kein Stuhl frei. Während des Eingangsspiels des Posaunenchors Müntschemier zeigen Bilder Abbruch und Neubau.

Vor Lobpreis und Predigt resümieren engagierte Mitglieder, was sie in der anstrengenden Zeit mit Gott erlebt haben. Neben Ermutigung auch Trauriges: Der Bauführer verunfallte tödlich in den Ferien; der ehemalige Präsident der Baukommission starb überraschend.

Jesus entgegen wachsen
Was braucht es, um weiterzubauen und Jesus entgegen zu wachsen? Nach den Steinen Gemeinschaft, Bibel, Gebet, Vergebung, Anbetung und Vertrauen setzt Rolf Bolliger in der Predigt den Schlussstein ein: Jesus Christus ist die tragende Grundlage und der Schlussstein der Gemeinde.

In der Freude über den Bau betont Bolliger: „Entscheidend ist, was in diesen Räumlichkeiten geschieht – dass echte, tragfähige Gemeinschaft gelebt wird und erfahren werden darf, dass Vergebung und Versöhnung gelebt wird.“

Der stützende Karton wird weggezogen, der Bogen bleibt: Der Schlussstein ermöglicht einen Freiraum, in dem Gott durch den Heiligen Geist lebt und wirkt. Einen Freiraum, in dem wir „als Nachfolger von Jesus heil werden und wachsen können“.

Glück- und Segenswünsche
Das erste Grusswort hält Monika Haldimann, Co-Präsidentin des EGW. Sie wünscht Gottes reichen Segen. Die Vertreter der Reformierten von Kerzers und Ins, die ihre Bewunderung für den Effort ausdrücken, schliessen sich an mit einem Schlüssel-Brot und Salz.

Fabian Hucht von der katholischen Pfarrei Murten wünscht, dass sich an der Kreuzgasse Wege kreuzen – die 8 steht für Unendlichkeit. Die Katholiken spenden dem Haus eine Tür, die Evangelische Allianz Seeland ein Predigtpult. Ihr Vertreter Fritz Schmid äussert Begeisterung über die Räume, in denen man sich gleich zu Hause fühle.

Kreativität und Köstlichkeiten
Das Fest hat am Freitag mit einem „Handwerkermarkt“, Ateliers und einem „Foodfestival“ begonnen. Die Erfahrung, welche das EGW mit der Küche seit der Inbetriebnahme im Herbst 2018 gewonnen hat, kommt dem Team zugute.

Am Samstag ist das Bistro 15 Stunden offen; über hundert Besucher lassen sich durchs Haus führen. Ein Rätselparcours und das Harassenstapeln sind am Nachmittag dran. Am Abend steht die „Schauspiel GmbH“ mit Beat Müllers Sprechmotette „Filius, der Sohn“ auf der Bühne – um den Johannesprolog gruppierte, dicht dargebotene Bibelworte und Lieder.