Jungscharen auf dem Bundesplatz

"Wir sind auch Jugend und Sport!" Am Samstag, 1. Juli, haben über tausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Bundesplatz in Bern für die Förderung christlicher Jugendarbeit mit J+S-Geldern demonstriert. Zwei Nationalräte machten deutlich, dass Sinn- und Glaubensfragen in die Jugendarbeit gehören.

Mehrere Organisationen waren im März vom Bundesamt für Sport (BASPO) aus dem staatlichen Förderprogramm ausgeschlossen worden.* Proteste beim Bundesrat, eine Online-Petition mit 26‘000 Unterschriften und Vorstösse im Parlament führten dazu, dass das VBS Hand bot zu einem Runden Tisch, unter anderem mit Vertretern der Bundesämter BASPO und BSV, Marianne Streiff (EVP) und Philipp Hadorn (SP) und Andi Bachmann-Roth von der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA).

Lösung in Sicht
An einer von den Ämtern vorgeschlagenen Lösung wird gearbeitet. Die christlichen Jugendverbände haben beschlossen, darauf einzutreten. Das BASPO fordert die Gründung eines Dachverbands der christlichen Jugendverbände und dass die einzelnen Jungscharen sich als Vereine konstituieren. Gleichzeitig muss der Dachverband die Richtlinien der Ethik-Charta im Sport unterschreiben.

Auf dem Bundesplatz präsentierte sich die EVP-Nationalrätin Marianne Streiff als überzeugte Jungschärlerin. Sie unterstütze diese ganzheitlich ausgerichtete Jugendarbeit voll und ganz. SP-Nationalrat Philipp Hadorn bezeichnete die Nächstenliebe als zentralen Wert des christlichen Glaubens. Christliche Jugendarbeit erfahre durch den Glauben an das Vorbild Jesus Christus einen Mehrwert und sei eine wertvolle Grundlage für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung: "Ihr seid ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft, eure Tätigkeit ist engagierte Freiwilligenarbeit. BASPO und VBS haben dies verstanden."

"Haltet euch an die Regeln!"
Pierre-André Weber, beim BASPO Chef für Jugend- und Erwachsenensport, zeigte Verständnis für das Anliegen der christlichen Jugendarbeit. Man wolle, dass die dort vereinigten Kinder und Jugendlichen weiterhin im J+S-Programm bleiben. Allerdings müssten dazu entsprechende Rahmenbedingungen eingehalten werden: "Eure Chefs müssen sich an die Regeln halten!"
 

* Betroffen sind der Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen BESJ, die Jungscharen der Evangelisch-methodistischen Kirche EMK, Youthnet der Schweizerischen Pfingstmission, Youthplus der BewegungPlus, die Adventjugend, Ligue pour la lecture de la Bible (LLB), Jeunesse Adventiste, Cycle formation jeunesse (Cyfoje), Grain de Blé und Association Repère – insgesamt gegen 8000 Kinder und Jugendliche.

Website BESJ

Quelle: idea Schweiz