Freikirchen: Nein zur «Ehe für alle»

Der Freikirchenverband VFG lehnt die „Ehe für alle“ ab. In einer am 22. März verabschiedeten Erklärung begründet er die Ablehnung mit anthropologischen und theologischen, rechtlichen und gesellschaftspolitischen Argumenten.

„Aufgrund unserer Haltung zur Bibel und des christlichen Menschenbildes gehen wir davon aus, dass Menschen von Gott als Mann und Frau als zwei sich ergänzende Individuen geschaffen wurden. Sie sind bewusst andersartig. In diese Verbindung wurde die Möglichkeit der Fortpflanzung hineingelegt.“ Die biblische Begründung der Ehe (1. Mose 2,24) sieht der VFG von Jesus Christus bestätigt.

Den Urhebern der Parlamentarischen Initiative „Ehe für alle“ hält der VFG entgegen, dass die Bundesverfassung mit ihrem Recht auf Ehe und Familie (Art. 14) nicht alle Paare meint. Das herkömmliche Eheverständnis sei nach wie vor „in der Bevölkerung breit verankert und erklärtes Lebensziel junger Menschen“. Die Ehe zwischen Mann und Frau unterscheide sich von andern: „Diese Verbindung kann potentiell am Natürlichsten zum Erhalt des Gemeinwesens der kommenden Generationen beitragen.“

Die Ehe ist für den VFG „eine wesentliche Säule unserer heutigen Gesellschaft“, welche daher auch „den besonderen Schutz des Staates und der Zivilgesellschaft“ verdient. Die Freikirchen halten fest: „Die Ehe ist eine öffentlich erkennbare und rechtlich geregelte private auf Familie ausgerichtete Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Sie ist angelegt auf eine lebenslange Treue.“ Diese Ehedefinition habe sich über Jahrhunderte weltweit bewährt. Werde der Begriff umdefiniert oder durch „Lebensgemeinschaft“ ersetzt, löst das – so der VFG – Unsicherheit aus.

Für den VFG ist die – lebenslange – Ehe zwischen Mann und Frau die Keimzelle jeglicher Gesellschaft. „Zwischen Ehe und eingetragener Partnerschaft wird nach dem juristischen Grundsatz differenziert, dass ‚Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln‘ ist.“ Dagegen würde die Annahme der parlamentarischen Initiative «Ehe für alle» zu einer normativen Veränderung des Ehebegriffes führen.

„Aufgrund unseres christlichen Menschenbildes lehnen wir es ab, dass sich der Begriff Familie von der Bindung an gemeinsame leibliche Kinder löst. In der christlichen Tradition sollten Familienleben, Kinder haben und Sexualität unbedingt zusammengehören.“ Das Konzept der Menschenwürde fusst laut der Erklärung auf dem christlichen Menschenbild. Für den VFG ist klar, „dass die Ehe zwischen Mann und Frau, aufgrund ihres Potentials für die Erhaltung der Gesellschaft eine besondere Benennung braucht“.

Die VFG-Erklärung als PDF