Freikirchen legen Latte für sich höher

In einer Erklärung hat der VFG – Freikirchen Schweiz knapp formuliert, wie seine Mitglieder den Glauben verankern, wie sie christliche Werte gemeinsam verstehen und danach handeln.

Jesus Christus steht für die Freikirchen im Zentrum. Sie laden „alle Menschen ein, ihn kennenzulernen“. Die Ethik „orientiert sich an der Bibel“; das Leben jedes Menschen ist unverfügbar. Neben diesen Grundlagen betont der VFG auch, was für Freikirchen nicht immer selbstverständlich war: „Wir sind Teil der Gesellschaft, gestalten diese aktiv mit und tragen zu ihrem Zusammenhalt bei.“ Als christliche Werte werden genannt: „Glaubensfreiheit, Nächstenliebe, Vergebung, Hoffnung durch die lebensverändernde Kraft Gottes, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Lebensrecht, Schutz von Schwachen, Wiederherstellung von Zerbrochenen, Hilfe für Bedürftige.“

Der VFG hält dann in 23 Punkten Grundsätze zum Ehe- und Familienbild, zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zu Sozialarbeit und Beratung, Politik, Finanzen und Strukturen fest. (Zu diesen Bereichen können künftig weitere kommen.) Die Freikirchen treten für die Stärkung der Ehe ein. „Mann und Frau sind gleichwertig und ergänzen sich.“ Sex ist ein Geschenk Gottes, das in die Ehe gehört.

Menschen weiter bringen und transparent sein

Die Vorgänge in VFG-Verbänden müssen transparent sein (freikirchliche Angebote als solche erkennbar). Wer sich für die Mitgliedschaft interessiert, wird zuvor umfassend informiert. Wie die Angestellten werden auch Freiwillige „regelmässig gecoacht und geschult“. Freikirchen fördern Kinder und Jugendliche ganzheitlich und agieren präventiv gegen sexuelle Ausbeutung. In der Erziehung darf keine Gewalt angewandt werden. Mitglieder werden zu politischem Einsatz ermutigt. Sie sind „in ihrer politischen Meinung und ihrem Engagement frei“.

Die zweiseitige Grundsatzerklärung wurde von einer Arbeitsgruppe der Leiterkonferenz des VFG erarbeitet, von ihr selbst mehrfach erörtert, allen Mitgliedsverbänden zur Vernehmlassung vorgelegt und am 11. September 2015 von ihr angenommen. Als Dachverband kann der VFG den Mitgliedern keine Weisungen erteilen; die Erklärung dient als Selbstverpflichtung.

Die Leitung des EGW, das Mitglied des VFG ist (und deshalb oft den Freikirchen zugerechnet wird), hat die Erklärung gebilligt, aber betont, dass das EGW sich als eigenständige Bewegung innerhalb der reformierten Landeskirche versteht.

Webseite: www.freikirchen.ch

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