• Im Kursaal statt im Rathaus: Rat und Synodeleitung der EKS und ein Votant

Fall Lochers erschüttert die Reformierten

Die erste Synode der auf Neujahr gegründeten nationalen Kirchengemeinschaft EKS, die am 15. Juni in Bern stattfand, stand im Bann des Doppelrücktritts aus dem Rat und der Beschwerde einer früheren Mitarbeiterin gegen Gottfried Locher.

Der Rat erfuhr von der Beschwerde am 13. April. Bei ihrer Behandlung am 17. April legte Sabine Brändlin ein früheres Verhältnis mit dem Ratspräsidenten offen. Die Baselbieter Pfarrerin, seit 2017 im Rat des Kirchenbunds, trat Ende April per sofort zurück, nachdem ihr Kollege Ulrich Knoepfel die beiden verheirateten Theologen dazu aufgefordert hatte. Locher tat es Ende Mai.

An der Synode im Kursaal legten die verbleibenden Ratsmitglieder dar, wie sie im Strudel der Ereignisse handelten, und warben um Verständnis für die Kommunikationspannen des Rats der EKS. Ulrich Knoepfel sprach Klartext, um die Vorgänge zu erhellen, die in Medien Spekulationen und bei Mitgliedkirchen eine Interpellation provoziert hatten.

Sabine Brändlin war im Januar von Vizepräsidentin Esther Gaillard – ohne dass der Rat davon wusste – beigezogen worden, um die Beschwerde einer früheren Mitarbeiterin gegen Locher zu bearbeiten. Die beiden konsultierten Anwälte, bevor die Beschwerde im März schriftlich vorlag. Knoepfel sagte vor der Synode, Brändlin hätte sich nie mit der Angelegenheit befassen dürfen.

Die Mitglieder des Rats betonten, sie hätten die Beschwerde von Anfang an ernst genommen und schon am 17. April eine unabhängige, externe Untersuchung beschlossen. Knoepfel sagte, «dass durch all diese Umstände die Behandlung der Beschwerde im Rat aufs Äusserste erschwert und verzögert wurde».

Die Vorwürfe untersuchen wird nun eine Zürcher Anwaltskanzlei. Die Synode setzte eine nichtständige Kommission ein; ihr sollen die Juristen Bericht erstatten.

Ausführlicher Bericht von der EKS-Synode (www.lkf.ch)