Wechsel in der Leitung des EGW

Die Delegierten des EGW verabschiedeten an ihrer Herbstversammlung in Bern Walter Widmer und wählten an seiner Stelle Matthias Pfister in die Leitung.

Walter Widmer tritt nach zehn Jahren aus der Leitung zurück. Co-Präsident Hansueli Wüthrich würdigte am 31. Oktober vor den Delegierten in der Nägeligasse sein ebenso überlegtes wie behutsames Wirken. Mit warmem Applaus dankten die Delegierten Walter Widmer, der zuvor pointiert Rückblick gehalten hatte (siehe unten), für seinen Einsatz.

Hoffnung auf neue Dynamik

Neu in die Leitung gewählt wurde Matthias Pfister (33), Lehrer aus Kerzers. Mit Pfister wird Philemon Wasem, Pfarrer EGW in Biel, als Mitarbeitervertreter neu der Leitung angehören. Grund: Daniel Freiburghaus hat nach neun Jahren die Leitung der Mitarbeiterkonferenz abgegeben. Co-Präsident Erwin Bänteli dankte Daniel Freiburghaus für seine Beiträge, würdigte seine Beharrlichkeit und sein Herz für Mitmenschen.

Dieser hofft, dass es im EGW „nicht allzu friedlich wird, dass wir Fragen bewegen, dass es vorwärts geht“. Die Delegierten rief Daniel Freiburghaus auf, fortwährend auch ans Gesamtwerk zu denken und Neues zu wagen. Die Delegierten wählten die Leitung ohne Diskussion für die fünfjährige Amtszeit 2016-2020 und bestätigten die Co-Präsidenten, DV-Leiter Beat Iseli und Protokollführerin Simone Simmen im Amt.

Mit den Mitteln mehr machen

Martin Schenk, Ressortleiter Finanzen, zeigte sich erfreut über den Gabeneingang in diesem Jahr. Die laufende Rechnung sieht gut aus. Die Angestellten des EGW sollen nächstes Jahr monatlich 30 Franken mehr Lohn erhalten. Das ausgeglichene Budget 2016 ist im Rahmen des Vorjahres. Die Delegierten billigten es ohne Diskussion.

Claudia Willen und Beat Arm vom EGW Unterlangenegg blickten zurück auf den Bau ihres Kreuzwegzentrums. 20 Monate nach dem Ja der EGW-Delegierten zu 2,6 Mio. Franken konnte das Zentrum im Juni eingeweiht werden. Die Kosten wurden um fast 160‘000 Franken unterschritten, obwohl für fast 300‘000 Franken mehr als erst geplant eingebaut und erneuert wurde. Dieses „Mehrwertwunder“ möglich machte die Baukommission durch sorgfältige Planung, kostengünstige Vergaben an lokale Unternehmer und scharfe Kostenkontrolle. Und – EGWler arbeiteten über 5000 Stunden kostenlos!

Zweijahres-Thema

Co-Präsident Erwin Bänteli legte das neue Zweijahres-Thema vor: „In Christus verwurzelt Neues wagen: In Christus sind wir frei zum versöhnten Leben, zum kühnen Zeugnis, zum Tun und Lassen.“ Die Leitung fordert die Bezirke auf, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Wenn sie Neues wagen, stellt sich auch die Frage, was sie sein lassen sollen, was überholt ist.

Einsichten aus 60 Jahren

Mit einem vielschichtigen und pointierten Rückblick auf sechs Jahrzehnte in der Gemeinschaft spiegelte Walter Widmer an der DV ihren Wandel. Zu den ersten Erinnerungen des Predigerkindes in Oberburg gehört das Singen der nebenan Versammelten. Früh sass er am Harmonium und Klavier, später lernte er das Orgelspiel. Das Gemeindeleben verlief damals in klaren Bahnen: „Man befolgte unausgesprochene Erwartungen.“

Walter Widmer, seit 1973 Lehrer in Belp, blieb mit einem Fuss in der Landeskirche. Zudem halfen ihm die Vereinigten Bibelgruppen VBG, eigenständig über Glauben und Leben nachzudenken. Unzählige Abdankungen stellten dem Organisten das ganze Spektrum menschlicher Schicksale vor. Widmer gestaltete den Prozess der Annäherung und Vereinigung der Evangelischen Gesellschaft und des Verbands Landeskirchlicher Gemeinschaften 1996 mit.

Aufgrund seiner Erfahrungen – zuletzt zehn Jahre in der Leitung EGW – rief Widmer die Delegierten auf, heftigen Fragen nicht auszuweichen, sondern sie im Licht des Evangeliums mutig zu bearbeiten, mit Freude und Humor. Nach dem Vorbild Jesu, der Grenzen überschritt, „dürfen wir kühner werden“ und Befreiung erleben. Widmer wünscht sich junge Leute, die die Geschichten der Bibel kennen.