Diplomfeier des TDS Aarau

25 Frauen und Männer haben das Studium am TDS Aarau, der Höheren Fachschule Kirche und Soziales, aufgenommen. Acht Frauen und drei Männer wurden als Absolventen verabschiedet. Die Diplom- und Eröffnungsfeier stand im Zeichen des Wechsels im Rektorat.

Eine bunte Festgemeinde fand sich am letzten August-Sonntag in der Stadtkirche Aarau ein. Der Rektoratswechsel zog zusätzliche Interessierte, Freunde und Amtspersonen an. Angehörige von Studierenden und Ehemalige sowie Freunde des TDS feierten einen eindrücklichen Gottesdienst.

Pfr. Markus Giger, Leiter der Streetchurch Zürich, mahnte in seiner Predigt, dass Christen aus der Kirche heraus und hin zu den Notleidenden der Welt gehen sollen. Durch den neuen Studiengang Sozialdiakonie und Gemeindeanimation HF hat sich das TDS Aarau zur Höheren Fachschule (HF) Kirche und Soziales entwickelt. Der Studiengang wird seit 2016 angeboten.

19 Bibeln und frühe Modelkarriere
Zwei Studierende der ersten Klasse setzten den buchstäblich bunten Blumenstrauss zusammen, der ihre Klasse ausmacht: So erfuhren die Anwesenden z. B., dass Anja 19 Bibeln besitzt und dass Florian als Dreijähriger Fotomodel war. Die erst seit zwei Wochen bestehende Klasse stellte Band, Solo- und Chorgesang und brachte die ganze Kirche mit „O Happy Day“ in Stimmung.

Wehmut und Aufbruch
Nach vier Jahren harter Arbeit – und viel Spass in der TDS-Gemeinschaft – durften die Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom entgegennehmen. Die Dozierenden gaben ihnen einen Bibelvers mit auf den Berufsweg.

Markus Giger, Gründer und theologischer Leiter der streetchurch Zürich, verzichtete auf allzu salbungsvolle Worte und teilte stattdessen mit den Zuhörenden seine Sorge um den Zustand der Kirche.

“Wir leben nicht, was wir verkündigen“
Er plädierte für eine Kirche, die mehr Gemeinschaft und weniger Institution ist, und kritisierte das Auseinanderklaffen von Verkündigen und Leben: „Wir verkündigen Versöhnung. Aber wo wird diese Versöhnung für unsere Mitmenschen in ihrem Alltag, der von so viel Unversöhntem geprägt ist, sichtbar?“

Das Leben von Jesus, so Giger, zeigt eine perfekte Entsprechung von Reden und Handeln: „Die Handlungen Jesu entsprechen seinen Worten, seine Worte legen sein Handeln klärend und erklärend aus“.

Radikales Umdenken nötig
Laut dem streetchurch-Leiter „haben wir nicht eine Krise der Verkündigung oder der Gottesdienstformen. Uns fehlt schlicht die Gemeinschaft, wie sie Jesus mit seinen Jüngern, mit Zöllnern und Sündern vorgelebt hat.“ Dazu brauche es ein radikales Umdenken.

Markus Giger endete provokativ: „Wir brauchen Gemeinden, die es wagen, sich von ihren Gemeindeprogrammen zu verabschieden, damit Christen freigesetzt werden, sich auf ihre Mitmenschen einzulassen und deren Schmerzen zu teilen“.

Von Paul Kleiner zu Christoph Schwarz
Heiner Studer, Präsident des TDS Aarau, würdigte die Arbeit des scheidenden Rektors Paul Kleiner: Die Zusammenarbeit mit ihm sei in jeder Hinsicht hervorragend gewesen. Kleiners Aufgaben und Verdienste seien mannigfaltig. Er leitete den Prozess zur Umstellung des TDS Aarau auf das neue Curriculum mit der staatlichen Anerkennung in Gemeindeanimation.

Zudem leistete der promovierte Theologe wertvolle Vernetzungsarbeit: Er arbeitete 2004 bis 2017 im Diakonatsrat mit und vernetzte das TDS Aarau im landes- und freikirchlichen Bereich sowie in der säkularen Bildungslandschaft des Sozialen.

Pfr. Christoph Schwarz wurde wie sein Vorgänger aus dem Kreis der Angestellten zum Rektor berufen. Seit August amtet er als Rektor des TDS Aarau.

Gäste aus Diakonie und Kirche
Barbara Hefti von Diakonie Schweiz und der Aargauer Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg hielten kurze Ansprachen. Letzterer überreichte dem scheidenden sowie dem neuen Rektor ein Glöcklein: „Ruft an, wenn ihr Unterstützung braucht – oder wenn du, Paul, Heimweh hast nach dem Kanton Aargau.“

Website TDS Aarau

© Bilder: TDS/Matthias Ackermann. Bearbeitung: EGW