Designerbaby bald möglich?

Am 14. Juni 2015 stimmt das Schweizer Volk über eine Verfassungsänderung zur Präimplantationsdiagnostik PID ab. Sie ermöglicht, künstlich gezeugte Embryonen auf Erbkrankheiten zu untersuchen. Für Markus Reichenbach von JMEM Wiler steht viel auf dem Spiel. Er plädiert für ein Nein.

Das Parlament hat beschlossen, dass alle künstliche erzeugte Embryonen (heute 6000 pro Jahr) auf Chromosomenfehler untersucht werden können. Bisher ist dies verboten. Um es zu ermöglichen, muss die Verfassung geändert werden.

Weisen PID-Tests auf genetische Veränderungen hin, werden die Embryonen vernichtet. Ebenso können gesunde Embryonen eingefroren oder eingepflanzt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Methode zu nutzen. Der Mensch erzeugt Lebewesen und entscheidet dann selber, ob sie lebensfähig sind oder nicht. Das Parlament hat die Tür zum Designerbaby geöffnet.

Aus einen christlichen Verständnis heraus können wir diese Praxis niemals unterstützen. Embryonen zu erzeugen, zu testen, einzufrieren und später zu vernichten, ist nach christlichem Verständnis nicht akzeptierbar.

Argumente

Als Christen unterstützen wir diese Diagnostik nicht. Es darf nicht sein, dass der Mensch zwischen lebenswert und lebensunwert entscheidet. Jeder gezeugte Mensch ist lebenswert. Jedes Leben verdient von der Zeugung an Schutz. Die PID widerspricht ganz und klar der Ethik des Christentums.

Wenn die PID bei einem künstlich gezeugten Embryo eine Behinderung erwarten lässt und dieser nicht eingepflanzt wird, bleibt die Frage offen, was der Wert des Menschen ist. Behinderte Menschen können eine Freude und Bereicherung für die Gesellschaft sein. Wie Menschen die Schwächsten in der Gesellschaft behandeln, ist ein Gradmesser, wie menschlich eine Gesellschaft ist. Schwächeren Menschen zu helfen beweist doch gerade Stärke.

Probleme ohne Ende

Es bleibt nach der PID offen, ob prognostizierte Krankheiten wirklich eintreten. Somit werden potenziell gesunde Embryonen nicht eingepflanzt. Wahrscheinlich wird auch das Geschlecht des Embryos bestimmt werden, was Paare dazu verleiten könnte, einen Embryo nicht einpflanzen zu lassen. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie weit und durch wen diese Diagnosen kontrolliert werden können. Wer bestimmt und entscheidet? Die Wissenschaftler oder die Laboranten? Die PID verlangt Entscheide über Leben und Tod.

Wie weit wollen die Menschen die Selektierung vorwärts treiben? Wer bestimmt, welche Krankheiten oder Behinderungen noch lebensfähig oder lebenswürdig sind?

Unglaublicher Wandel

In einem unglaublichen weltanschaulichen Wandel werden Jahrtausende alte Vorstellungen des Menschen kurzerhand über den Haufen geworfen. Der Mensch tritt in die Fusstapfen Gottes. Die Vorstellung, dass man eine Gesellschaft ohne Behinderungen und Krankheiten schaffen könnte, ist irrsinnig. Hat nicht die Geschichte gezeigt, dass diese Vorhaben zu einer Katastrophe führen?

Nehmen wir die Gelegenheit wahr, am 14. Juni ein NEIN in die Urne zu legen.

Markus Reichenbach, JMEM Wiler

Webseite NEIN zur PID