Musik, die bewegt und tief geht

In der Passionszeit haben die koreanischen Musiker Ana Cho und Gun-woo Park in der Region Konzerte gegeben. In ergreifender Weise führten sie hinein in das Leiden von Jesus, um dann den Sieg über den Tod zu feiern. Erwin Bänteli hatte sie eingeladen.

«Isch das nyd d’Ana Cho gsi? Die wo so wunderschö cha Klavier schpille!» So spricht mich ein hochbetagter Mann an. Er hat beobachtet, wie meine Frau und ich am Bahnhöfli Boll-Utzigen die Pianistin Ana Cho und den Cellisten Gun-woo Park verabschiedet haben. Der Mann erinnert sich genau, wie ihn vor über neun Monaten Anas Musik im Wohn- und Pflegeheim Utzigen tief berührt und wunderbar getröstet hatte.

Diesmal wurden viele Zuhörende ebenso bewegt, an vier unterschiedlichen Orten. Die besinnlichen Konzerte «Worte und Musik zur Passionszeit» waren zu hören unter anderem im Hotel Sunnehüsi in Krattigen und im Alters- und Pflegeheim Brienz. Sie gehören zu den besten, die ich je gehört habe. Die beiden talentierten Jung-Musiker aus Korea führten uns hinein in die Tiefen des Leidens Christi, um dann überzeugend den Triumph über den Tod virtuos zu feiern. Musik und Worte aus der Schrift wechselten sich ab, verschmolzen ineinander und sprachen bei den Zuhörenden neue Dimensionen an.

Was war diesmal anders?

Ana: Es war faszinierend, am Thema Leiden, Sterben und Auferstehung konzertieren zu können. Es hat mein Herz zu Jesus Christus wärmer gemacht, und ich spürte auch, wie sich viele Zuhörende dank den Konzerten für gute Gespräche öffneten. Ich spiele sehr gerne für Menschen, die Jesus berühren möchte. Und ich suche und liebe den direkten Kontakt mit ihnen.

Gun-woo: Mich hat die ganze Stimmung schlicht überwältigt. Ich fühlte mich beschenkt durch die unbeschreiblich schöne Natur am Thuner- und Brienzersee. Und die Menschen hörten mucksmäuschenstill, andächtig und dankbar zu. Ich habe viel gelernt und auch selber Impulse für meinen Glauben an Jesus erhalten. Ich bedaure nur, dass dies meine lieben Eltern, die in Korea wohnen, nicht miterleben konnten.

Was wünscht ihr den Schweizer Christen?

Ana: Ich wünsche, dass die Schweizer Christen dankbar sind für ihr wunderschönes Land, für den Frieden hier und die Freiheit, in der sie ihren Glauben leben und bezeugen dürfen. Mögen sie stark bleiben im Glauben an Jesus Christus, ihre Einheit bewahren und fröhliche Zeugen in Wort und Tat sein für die vielen Menschen, die ohne persönliche, verlässliche Hoffnung leben.

Gun-woo: Es gibt noch so viele Menschen bei euch in der Schweiz, die Jesus nicht kennen. Investiert euren Reichtum in das Reich Gottes, sät das Evangelium reichlich und bleibt dran im Glauben. Lasst euch nicht von Gier und dem Mammon beherrschen.
 

Die südkoreanische Pianistin Ana Cho ist in Argentinien aufgewachsen, wo ihre Mutter ihr das Klavierspielen beigebracht hat. Sie gibt regelmässig Konzerte in Argentinien, Südkorea und in mehreren Ländern Europas. An der Hochschule für Musik in Karlsruhe absolvierte sie erfolgreich die Master-Studiengänge Klavier-Kammermusik und Chorleitung. Sie hat auch an mehreren Meisterkursen teilgenommen, unter anderem mit der Pianistin Martha Argerich.

Gun-woo Park kommt aus Südkorea, wo er erst mit 17 Jahren das Cello-Studium begonnen hat. Zusammen mit internationalen Philharmonien ist er verschiedentlich in Europa aufgetreten. Anfangs 2017 gewann er an den internationalen Cello-Wettbewerben in Italien den ersten Preis. Nach seinem Master-Studiengang macht Gun-woo Park nun ein Cello-Zusatzstudium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.

Erwin Bänteli