Suche Frieden und jage ihm nach!

Die Jahreslosung 2019 lässt mich nicht, wo ich bin. Gegen Entfremdung, Kälte und Konflikt kann ich etwas tun. Und vor allem darauf achten, wie ich rede.

Ich muss Böses in der Welt zur Kenntnis nehmen, doch bin ich ihm nicht so ausgeliefert, dass ich nichts tun könnte. Uns ist aufgegeben, in einem dunklen Umfeld hell zu scheinen (Matthäus 5,14; Philipper 2,15) – this little light of mine, I’m gonna let it shine.

Vermittelnd wirken, Frieden machen, Verständigung herbeiführen, Konflikte lösen: Jesus preist in einer konfliktgeladenen Zeit (jüdische Guerilla-Bewegung gegen römische Besatzer) die selig, die Frieden stiften (Matthäus 5,9). Die Jahreslosung aus Psalm 34,15 findet ein starkes Echo im Neuen Testament, auch in den Briefen, die an die ersten Christen geschrieben werden.

Gott des Friedens
Auf Frieden aus sein und sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen (Neue Genfer Übersetzung): das heisst, sich vorrangig und intensiv und ohne Aufhören darum zu bemühen. Einmal versuchen und dann davon ablassen genügt nicht; dem anderen den Schwarzen Peter dafür zuschieben, dass es nicht gleich klappt, geht nicht. Denn Gott ist der Gott des Friedens (1. Thessalonicher 5,23). Er hat durch Christus Frieden gestiftet (Epheser 2,14). Er wird durch jede Anbahnung von Frieden geehrt. Jeder echte Friedensschluss spiegelt etwas von seinem Willen, den Menschen Schalom zu bringen.

Präventiv
Petrus schreibt Christen, die in einem konfliktträchtigen Umfeld leben (1. Petrus 4,12), und zitiert die Ratschläge aus Psalm 34, die sich besonders an junge Menschen richten. Auf dem Weg ins Leben tun sie gut daran, unnötigen Streit und Konflikte zu vermeiden. Was David im Psalm sagt, zitiert Petrus: Gebt acht auf die Zunge, redet Wahres und hütet euch vor Lügen und irreführenden Worten, tut Gutes und meidet das Böse, sucht Frieden und jagt ihm nach! (vgl. Römer 14,19 und Hebräer 12,14).

Friedfertig bei Schmähungen
Frieden hängt wesentlich von überlegtem, wahrhaftigem Reden ab. Frieden setzt den Verzicht auf arges und hinterhältiges Handeln voraus. Verzichtet darauf und auf böse, verheerende Worte, auch wenn ihr geschmäht und unrecht behandelt werdet, mahnt Petrus (1. Petrus 3,9). Vielmehr sprecht Segen!

Nun können wir nicht leugnen, was Schiller seinem Helden Wilhelm Tell in den Mund legt: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Aber – wenn möglich, soweit es an euch liegt – lebt in Frieden mit allen Menschen, schreibt Paulus den Christen in Rom (12,18). Und Petrus wird noch deutlicher: Ehrt jedermann und namentlich den König! (1. Petrus 2,17).

Die Waffen des Friedfertigen, des Friedensstifters sind nicht gewaltig. Ja, er kommt vielleicht naiv und hilflos daher, wenn er den Frieden sucht angesichts der Bosheit und Gewaltbereitschaft in unserer Welt. Vielleicht so wie der im Cartoon, der Schwerbewaffneten ein Schoggiherz anträgt.

Zuvorkommend und ehrlich
Im Kleinen fängt der Friede an. Petrus mahnt die Männer, auf ihre Frauen Rücksicht zu nehmen (3,7). In der Gemeinde sollen Christen einander zuvorkommend, liebevoll und ehrlich begegnen (4,8-11). So wird Frieden gefördert. Auf dem Weg des Messias Jesus, aufgrund seiner Versöhnungstat, wird die Polarisierung zwischen den Geschlechtern, den sozialen und Lebens-Welten, den Völkern überwunden (Galater 3,28).

Leisten wir an unserem Ort, so klein und unscheinbar er sein mag, einen Beitrag dazu!

Friede in der Gesellschaft, im persönlichen Leben, angesichts von Krieg und Gewalt:
Magazin INSIST, September 2018

Cartoon: Samuel Heger www.sahecartoon.ch