• Jesus heilt und rettet
    Philippe Otti, Andreas Blaser und Philipp Schmuki
  • Openair
    Die Ansprachen wurden ins Freie übertragen.

Die Mitte des Lebens

Jesus Christus, das Kreuz als Ort des Siegs über das Unheil und Quelle innerer Heilung, die Bibel als immenser Schatz: An der Eigen-Konferenz wurde deutlich, wie Altes neu zu entdecken und festzuhalten ist.

Fernab vom urbanen Lärm und Betrieb geht die EGW-Sommerkonferenz über die Bühne, doch kamen Trends und Weichenstellungen der Moderne mehrfach in den Blick. Andreas Blaser, Pfarrer EGW in Hasle-Rüegsau und Gesamtleiter der Konferenz, erwähnte den Philosophen René Descartes und seinen Grundsatz: „Ich denke, also bin ich.“

Die Endzeit sei vom Machbarkeitswahn des selbstsüchtigen Menschen geprägt, sagte Blaser. Er führte das auf den Sündenfall zurück (vgl. Römer 1). Der Mensch hat sich selbst zur Mitte gemacht.

Götter wegtun
Das Evangelium stellt hingegen Christus in die Mitte. Ihm gehört die höchste Ehre. Er ist der Retter der Menschen, die Mitte der Weltgeschichte. Die Mitte ist allerdings umstritten. Laut Blaser müssen auch gläubige Menschen aufpassen, dass nicht fremde Dinge zentral werden. Der Patriarch Jakob forderte einst seine Familienangehörigen auf, Götter wegzutun.

Auch Angst, die sich in die Mitte drängt, „muss ersetzt werden durch Jesus Christus“. Das wandernde Volk der Israeliten hatte in seiner Mitte die Bundeslade. Blaser fragte: „Wollen wir aufbrechen oder verharren? Wollen wir am selben Ort bleiben oder Neues wagen? Gott soll bei uns in der Mitte sein.“

Eindringlich legte Andreas Blaser die Erscheinung von Christus, dem Auferstandenen, vor dem Seher Johannes aus (Offenbarung 1). Er machte deutlich: Jesus vertritt dich und mich als Hohepriester vor dem Vater! Er steht für die Anliegen unserer Gemeinden beim Vater ein! Der verherrlichte Jesus ist unter seinen Menschen gegenwärtig.

Heilung für Wunden und Narben
Unübersehbar und sperrig steht das Kreuz in der Mitte der neutestamentlichen Berichte – anstössig schon für Menschen der Antike. Philipp Schmuki, Pastor der Alttäufergemeinde Langnau, sieht im Tod von Jesus am Kreuz das Geschenk der heilenden Liebe Gottes. „Gott sieht uns, wenn er uns vergeben hat, ohne Fehler, ohne Wenn und Aber. Seine Wunden heilen deine Wunden, seine Wunden heilen meine Wunden.“

Das macht Glaubende fähig, durchs Leben zu gehen, sagte Schmuki. „Wenn ich biblische Werte verinnerliche, kann ich weitergehen, kann ich über Mauern springen. Wenn Gott seinen Geist in uns legt, können wir zuversichtlich sein.“

Christen hätten sich zu fragen, ob sie nach biblischen Werten leben – oder ob sie vom Gerede der Mitmenschen abhängig sind. „Kommt meine Zuversicht von Leuten oder vom allmächtigen Vater im Himmel? … Ist Jesus die wichtigste Person in deinem Leben, wichtiger als jene, die über dich reden?“

Gottes Wort als Überlebensration
Nahrung gibt Kraft und wer essen mag, kann geniessen. So wenig wie der Mensch am Essen vorbeikommt, kommt der Christ ohne Gottes Wort aus, sagte Philippe Otti, Pfarrer im EGW Schönbühl, in seinem Vortrag auf dem Eigen.

Für den Propheten Jeremia ging das Leben überhaupt nicht auf und er haderte mit seiner Berufung. Doch erlebte er: „Dein Wort ward meine Speise, so oft ich’s empfing; dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost“ (Jeremia 15,16a).

Philippe Otti lud die Konferenzbesucher ein, das ganze Menü der Bibel wahrzunehmen und sich davon zu nähren. Der Durchgang durchs Alte Testament lässt Fragen offen – wie der Hauptgang ein Dessert erwarten lässt: Kann Israel im fruchtbaren Land bleiben oder müssen sie wieder hinaus? Wie sieht es aus mit der Herrschaft über die umliegenden Völker? Wann kommt der siegreiche Nachkomme Davids?

Jesus, der sich von den Propheten her begriff, beantwortete die Fragen. Otti: „Er hat von Hesekiel her die Hoffnung auf Auferstehung für sein Volk. Er sieht sich selbst von Jesaja her als der Knecht, der jetzt leiden muss und sterben. Und von Daniel her sieht er sich als den Menschensohn, der unter den Heiden leidet, aber sie letztlich überwindet.“

Nie genug vom Dessert
Das Neue Testament führt hin zur Offenbarung des Johannes. Mit ihm „blicken wir voraus auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, auf die Auferstehung der Toten und das Jüngste Gericht. Das ist am Ende unsere Hoffnung.“

Philippe Otti gab Tipps, wie die Bibel – als zusammenhängende Geschichte – neu kennenzulernen ist: Täglich einen Psalm beten gibt dem Gebet Weite und Tiefgang. Kindern und Grosskindern ist Gottes Wort vorlesen – auch herausfordernde und schwierige Stellen.

Hörbibeln ermöglichen die Aufnahme des Wortes auch bei der Arbeit und im Auto. Gruppen können die Bibel reihum lesen und Gottes Wort auf sich wirken lassen. Sie werden erleben, was Petrus staunend bemerkte: „Du hast Worte ewigen Lebens!“ (Johannes 6,69).

Christus ist die Mitte - am Kreuz kommt keiner vorbei:   
Die Vorträge von Andreas Blaser und Philipp Schmuki nachhören   

Die ganze Bibel als Wegzehrung:    Den Vortrag von Philippe Otti nachhören