• Lob und Dank
    Gottesdienst mit der Bibellesebund-Musik
  • Unter freiem Himmel
    Lautsprecher und ein Monitor übertragen den Gottesdienst
  • Gemeinschaft
    In der Mittagspause
  • Speis und Trank
    Suppenteller warten auf hungrige Seelen

Gesandte des Königs

Dürfen wir heute für uns die Zeichen beanspruchen, die Jesus seinen Aposteln zusagte, als er sie aussandte, Menschen die Königsherrschaft Gottes zu verkündigen? Darüber predigte Meinrad Schicker in den Sonntagsveranstaltungen der Eigen-Konferenz.

Am Sonntagmorgen sprachen auch die beiden Co-Präsidenten des EGW Erwin Bänteli und Hansueli Wüthrich. Sie dankten für die Impulse der Tage auf dem Eigen und lobten den Einsatz der vielen Freiwilligen. Für Bänteli hat es sich gelohnt, «den Rückspiegel auszufahren und alte Schätze neu zu entdecken». Wüthrich rief die Anwesenden auf, Gottes Nähe zu suchen. «So wird unser Herr uns heute befähigen und ausrüsten, damit wir neue Ideen, neue Visionen in der Verkündigung des Evangeliums umsetzen können, mit neuen und mit alten Gefässen.»

Verkündigung und Zeichen
Jesus sandte seine Jünger aus, um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen und sie durch Wunder und Zeichen erlebbar zu machen. Er gab ihnen „Macht über alle bösen Geister“. Meinrad Schicker räumte ein, dass der Text ihn herausfordert. Dass Auftrag und Bevollmächtigung heute noch gelten, zeigte der Pastor der Freikirche Bewegung plus in Thun anhand von 1. Petrus 2,9 – ein Wort, das nicht bloss die Apostel, sondern alle Christen meint: „Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums.“

Gottes Wort erweist seine Kraft, wenn Menschen es als königlich-priesterliches Volk weitersagen. Diese Identität ist nach Schicker weithin vergessen gegangen: „Die tiefste Berufung von königlichen Gesandten ist es, Menschen zu segnen, in der Welt Segen zu verbreiten.“

Mehr als Worte
Der Pfingstpastor nannte drei Stichworte zum Segnen in der Bibel: bedeutsame Worte – bedeutsame Berührungen – Festatmosphäre der Gnade. Viele Menschen seien im tiefsten ihrer Würde beraubt. Sie möchten wie Esau gesegnet werden. So träumt Schicker „von Männern und Frauen, von Eltern, von Gemeinden, die eine Atmosphäre des Segens ausstrahlen und mithelfen, dass Menschen, deren Würde in den Staub getreten wurde, wieder gekrönt werden“.

Statt Worten sind in besonderen Situationen, etwa beim Trauern, Berührungen am Platz. Jesus nahm Kinder zu sich und herzte sie. Christen können „mit ihrem ganzen Sein Annahme, Liebe und Versöhnung ausdrücken“. Schicker fragte die Besucher, ob sie das tun. Wer Menschen annimmt, wie sie sind, den wird der Heilige Geist inspirieren, „damit du ihnen Worte des Lebens begleitet durch bedeutsame Berührungen weitergeben kannst“.

Atmosphäre des Segens
Am Nachmittag band Meinrad Schicker die beiden Bibelstellen zusammen: „Wir sind ein königlich-priesterliches Volk, das die Heilsbotschaft in die Welt hinaustragen soll... Dort wo sein Reich verkündigt wird, will Gott auch gegenwärtig sein in Kraft und Vollmacht.“

Wie gehen wir indes damit um, dass Wunder und Zeichen häufig nicht geschehen? Mit der Vollmacht von Gott sollten Christen rechnen, sagte Schicker – aber auf einer biblischen Grundlage. Das Problem: „Wir wollen, dass Jesus unsere Bedürfnisse erfüllt und unser Wohlbefinden optimiert.“ Doch geschieht es, dass Menschen zum Glauben kommen und es ihnen nicht besser geht. „Vielleicht fehlt uns die Vollmacht, weil wir Jesus zu einem Konsumgut gemacht haben.“

Wunder als Hinweisschilder
Wunder sollen ein Hinweis auf die Herrschaft Gottes sein. Jesus entzog sich den Bewunderern, die ihn nach der Vermehrung des Brotes gleich zum König machen wollten. Und fragte seine Jünger, ob sie ihm wegen der Wunder folgten – oder weil sie erkannt hatten, wer er war.

Meinrad Schicker erwähnte, dass Kirchen heute in den gesellschaftlicher Wahrnehmung Dienstleistungsbetriebe sind. „Nein: wir optimieren nicht das persönliche Wohlbefinden des Einzelnen: Was wir als Kirche tun und wofür wir um Gottes wundersames Eingreifen bitten, soll letztlich auf den Herrn der Welt verweisen!“

Die gängige Unterscheidung «natürlich-übernatürlich» und die damit verbundene Abwertung des Einen oder Anderen lässt uns, so der Pastor, das Wunder im Natürlichen kaum mehr sehen. Es gilt zu verbinden, was (durch griechisch-philosophischen Einfluss) auseinander gerissen worden ist. Menschen brauchen nicht nur Heilung, sondern Heil.

„Geht heim, betet mit den Kranken“
Der Verkündigung von Gottes Reich sollen Taten folgen. „Wir tun das Mögliche und erwarten, dass Gott in allem das Unmögliche tut.“ Schicker wurde konkret: „Geht heim, verkündigt das Reich Gottes, betet mit den Kranken, geht mit den psychischen Kranken am Morgen spazieren – und betet, dass Gott ihnen Licht in die Dunkelheit gibt.

Als von Gott eingesetzte königliche Priester dürfen Christen segnend wirken im Bewusstsein, dass Gott anwesend ist. „Wenn wir Hände auflegen, legt Gott Hände auf.“ Die von Jesus zugesagte Vollmacht ist allerdings kein Zauberstab, der Hindernisse aus dem Leben räumt und Christen abheben lässt. „Lasst uns das menschlich Machbare und das geistlich Besondere wieder zusammenbringen!“ rief Schicker in seiner Predigt auf dem Eigen.

Autorität für beide Wege
Autorität werde von Gott für beides gegeben: dass man in der Gemeinde gesund werden, aber auch krank sein und hoffnungsvoll sterben darf. Kranke sind auch mit ihrer Krankheit willkommen, sagte Meinrad Schicker. „Wir dürfen über alles reden und damit rechnen, dass Gott hineinkommt in unsere Nöte und Zwänge und hilft, auf die eine oder andere Art... Biblische Autorität erzwingt nicht, dass alles so kommt, wie wir es wollen – aber immer soll sich das Heil Gottes zeigen.“ Die Liebe wird Christen das richtige Tun schenken. „Wer liebt, hat Autorität.“

Schicker schloss mit dem Zuspruch: „Das vollkommene Heil ist zukünftig – aber es ist schon da, unter uns… Der Himmel kommt durch dich in die Welt, durch deinen segnenden priesterlichen Dienst.“ In den Familien und Gemeinden soll „eine neue Qualität von Liebe und diese Festatmosphäre der Gnade erlebbar werden“.

Gesandte des Königs:    die erste Predigt von Meinrad Schicker nachhören
Leben in Vollmacht:    die zweite Predigt nachhören